E-Mobility / Hybrid

EleNa-Demonstrationsfahrzeug

Elektromobilität und Emissionsreduzierung sind zurzeit die beherrschenden Themen der Automobilindustrie. Marktentwicklungsszenarien gibt es viele, alle kommen zu einem anderen Ergebnis aber eines haben sie gemeinsam: Das Elektroauto wird langfristig an Bedeutung gewinnen, der Verbrennungsmotor aber noch lange keine Vergangenheit sein. In allen Prognosen bezüglich konventioneller und alternativer Antriebe spielen Benziner- und Diesel-Fahrzeuge eine große Rolle, nicht nur, aber vor allem als Hybridvariante.

 

Deshalb iniziierte die Huber Group das Projekt EleNa zur Entwicklung eines Elektroantrieb-Nachrüstsatzes für Diesel-Lieferwagen. Gemeinsam mit einem mittelständischen Firmenkonsortium wurde dieses Projekt im Rahmen der Modellregion Elektromobilität Stuttgart ins Leben gerufen. Ziel des Projektes war die Entwicklung einer Nachrüstlösung im Bereich Elektroantrieb für den Mercedes Sprinter, als Vertreter der Großraumklasse, so dass städtische und regionale Fahrten emissionsfrei ausgeführt werden können, gleichzeitig aber für überregionale Fahrten der konventionelle Antrieb zur Verfügung steht. Mit diesem Nachrüstsatz kann vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen ein früher Einstieg in die Elektromobilität bei niedriger Investitionshürde ermöglicht werden.

EleNa-Demonstrationsfahrzeug

Als Projektpartner zeichnet sich die Huber Group für die komplette Fahrzeugsteuerung verantwortlich und hat für den Nachrüstsatz ein zentrales Steuergerät entwickelt, dass sich in die vorhandene Fahrzeugstruktur einbindet und zusätzliche funktionale Aufgaben übernimmt. Das Steuergerät arbeitet als Koordinator von verbrennungs- und/oder elektromotorischem Betrieb und verändert den gesamten Signalfluss zwischen Fahrpedal, Bedienelementen, Motor- und Kupplungssteuerung sowie weiteren Komponenten. Hierbei muss die Grundkonzeption des Fahrzeugs weiterhin fehlerfrei arbeiten können, sowie weitere Funktionen beispielsweise das Energiemanagement, die Drehmomentberechnung oder Rekuperationsstrategien neu integriert und erweitert werden. Auf Grund dieser Anforderungen wurde das Steuergerät nach aktuellen Sicherheitslinien ausgelegt, die über Diagnosefunktionalitäten abprüfbar sind. Die Integration erfolgte schließlich auf einem AUTOSAR-konformen Steuergerät basierend auf 32-Bit floatingpoint Microcontroller.

 

Der fahrbereite Prototyp kann rein verbrennungsmotorisch, rein elektrisch und im Hybridmodus betrieben werden. Die Auswahl des Fahrbetriebs erfolgt durch den Fahrer über einen HMI-Touchscreen, der ihm alle wichtigen Informationen zu Batteriestatus, Rekuperation und Boostbetrieb zur Verfügung stellt. Ein bedeutender Vorteil dieses Hybridkonzeptes liegt in der Tatsache, dass das Fahrzeug auf Langstrecken ohne Einschränkungen rein verbrennungsmotorisch betrieben werden kann. Im Innenstadtbereich hingegen ist rein elektrisches Fahren oder der Hybridbetrieb möglich. Zudem bietet das Fahrzeug mit einer elektromotorischen Rekuperationsbremse die Möglichkeit, die Batterie während der Fahrt zu laden. Dazu wurde im Fahrerhaus ein Rekuperationshebel mit mehreren Stufen integriert. Zum Projektumfang gehörte neben der Entwicklung des reinen Elektroantrieb-Nachrüstsatzes und dem Aufbau eines Demonstrationsfahrzeuges außerdem die Entwicklung einer Batterie-Ladesäule, die dreiphasiges Laden ermöglicht, sowie die Anfertigung und Bereitstellung von Schulungs- und Ausrüstungsmaterial für Kfz-Werkstätten.

Aktuell werden weitere Fahrzeuge mit dem Nachrüstsatz ausgerüstet und im realen Einsatz getestet, um die Alltagstauglichkeit des Nachrüstsatzes demonstrieren zu können. Langfristig wird eine Kleinserienzulassung angestrebt.

 

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